17 Oktober 2019

Selbstliebe - Egoismus

Posted in Gefühl, Entwicklung

Herz und Verstand Selbstliebe

Selbstliebe < == > Selbstsucht/Egoismus

Kennst Du den Satz: “Selbstliebe ist die Voraussetzung für ein erfülltes Leben”? Ob ich den Satz zum ersten Mal gelesen, oder gehört habe weiss ich nicht mehr so genau - ist ja auch egal. Was ich jedoch weiss ist, welches Gefühl er in mir ausgelöst, und wie ihn mein Verstand interpretiert hat. Mein Verstand meinte, dass da schon wieder jemand wäre, der Bedingungen stelle, dass ein im Glauben Erzogener wohl ein wenig zurückhaltender mit dem Wort “Selbstliebe” umgehen möge, schließlich solle doch die Nächstenliebe und Aufopferung zur “Erlösung” führen.

Währenddessen fuhren meine Gefühle mit mir Achterbahn. Minderwertig, unwürdig, unglücklich, betrübt, verzweifelt, enttäuscht, hilflos, zerbrechlich, ja sogar misstrauisch, entmutigt und eingeschüchtert habe ich mich gefühlt. Zu guter Letzt machte sich auch noch das Gefühl der Überforderung breit. 

Um  mein inneres Gleichgewicht wieder ins Lot zu bringen ist für mich zunächst tief durchatmen - und noch einmal - und Fühlen angesagt. Durch das Fühlen der aufgekommenen Gefühle kehrt allmählich wieder Ruhe ein. Nachdem mir bewusst ist, dass nichts ohne Grund in mein Leben tritt, war es wohl an der Zeit, mich mit der “Selbstliebe” zu beschäftigen.

Wenn "googlen" nicht mehr hilft

Das “Gedankenkarusell” nahm Fahrt auf - nicht irgendwie, sondern so richtig. Ich “google” mal “Selbstliebe” - 3 930 000 Ergebnisse. Um zusätzlich noch kompetente Meinungen einzuholen “Sozialpsychologe” -  542 000 Ergebnisse und wegen der Gleichberechtigung “Sozialpsychologin” - 112.000 Ergebnisse. Mit der Erkenntnis, dass ich auf diese Art mit Sicherheit mehrere hundert Jahre mit Recherche verbringen würde, hielt mein Verstand das Gedankenkarusell abrupt an und warf die Frage ein: “Was ist für DICH Selbstliebe?”.

Spontan kamen einige Punkte zum Vorschein:

  • mich anzunehmen wie ich bin, meine Herkunft, meine Gesinnung, mein Äußeres, mein Charakter, meine “Stärken” und meine vermeintlichen “Schwächen”
  • zu mir zu stehen und damit auch lernen “nein” zu sagen
  • das Vertrauen, dass sich für mich alles zum Guten entwickelt
  • meine Bedürfnisse und Ziele ernst zu nehmen um diese zu realisieren
  • anzuerkennen, dass alles sein darf wie es ist, dass alles seine Berechtigung hat
  • mir bewusst zu sein, dass ich einzigartig bin
  • mir bewusst zu sein, dass ich keine Bestätigung von Außen brauche
  • mir bewusst zu sein, dass ich MEIN Leben leben darf
  • die Basis für mein Selbstwertgefühl
  • die Basis für mein Selbstvertrauen
  • die Basis für meine Unabhängigkeit
  • auf mein Wohlbefinden zu achten
  • auf meine Gesundheit zu achten
  • ...

“Bist Du da nicht selbstsüchtig/egoistisch?” platzt mein Verstand mitten in meine produktive Phase der Selbsterkenntnis. Mittlerweile habe ich Übung im Durchatmen - und noch einmal - und noch einmal.

Noch bevor ich zu überlegen beginne, was Selbstsucht für mich bedeutet zeigt sich ein Wortspiel: SELBSTsucht scheint eine Bezeichnung für etwas/jemanden, das/der sein SELBST sucht oder als etwas/jemand, das/der süchtig nach dem SELBST scheint. Selbstsüchtig/egoistisch ist für mich 

  • etwas für meinen eigenen Vorteil zu tun ungeachtet davon ob ich jemand anderem schade
  • etwas zu tun, um der Anerkennung Anderer willen
  • mein Handeln von anderen "abhängig" machen
  • mich zu “verbiegen” um gut dazustehen
  • “nein” zu sagen, um andere zu “verletzen”, vor den Kopf zu stoßen, zu ärgern…
  • ...

Der achtsame Umgang mit meinen Gefühlen

Es zeichnete sich ganz klar ab, dass Selbstliebe und Selbstsucht/Egoismus Schwingungen sind, die beide ihre Berechtigung haben und gefühlt werden wollen.

Auf mich zu schauen, meinen Weg zu gehen ist Selbstliebe und hat mit Egoismus nichts zu tun. Vom Herzen aus gefühlte Liebe - und das ist die Selbstliebe zweifelsohne - verletzt nicht, schadet niemandem und “missbraucht” nicht. Die Liebe zu mir selbst ermöglicht mir erst, auch meine Nächsten zu lieben.  

Mich selbst zu lieben ist der achtsame Umgang mit meinen Gefühlen, sie anzunehmen und sie zu fühlen, damit sie sich verändern können. Es bedeutet auch, das Hochgefühl von Selbsterkenntnis, Selbsterfahrung und Selbstentwicklung zu geniessen. Selbstliebe ist mehr als nur ein Gefühl oder ein zu erreichender Zustand, sie ist die Summe all meiner bewusst gefühlten Gefühle, ob sie sich nun “gut” oder “weniger gut” anfühlen. Durch mein Fühlen entwickelt sie sich weiter, verändert sich in der “Tiefe” und schwingt so im Rhythmus meines Lebens.

Wie geht es Dir mit Deiner Selbstliebe?

 

Bis zum nächsten mal alles Liebe

sig gernot

 

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 ♥ SELBSTLIEBE ♥ 

 

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Kommentare (2)

  • Christine

    Christine

    14 November 2019 um 18:10 |
    Lieber Gernot, einige Deiner Bedeutungen der Selbstliebe haben mich sehr bewegt und ich habe erkannt, dass es die Punkte sind, die ich noch nicht lebe, sondern in der Sehnsucht danach bin. Da tauchen dann Fragen auf wie: "Darf ich das?" oder "Habe ich das verdient?" Es gibt hier also noch einiges zum Fühlen für mich. Vielen Dank für Deinen Beitrag, der mir geholfen hat zu erkennen, wo es noch hakt. Das Selbstliebe auch bedeutet, das Hochgefühl von Selbsterkenntnis, Selbsterfahrung und Selbstentwicklung zu geniessen, habe ich so noch nicht gesehen. Zur Zeit bewegt sich bei mir sehr viel und ich darf jeden Tag ein Hochgefühl von Selbsterkenntnis und -entwicklung geniessen. Die Erfahrung zu machen, wie immer mehr Klarheit und damit auch Leichtigkeit in mein Leben kommt, ist einfach toll. Ich freue mich auf Dein nächstes Thema.
    Alles Liebe
    Christine

    antworten

    • Gernot Blümel

      Gernot Blümel

      15 November 2019 um 08:05 |
      Dankeschön für Deinen bereichernden Beitrag, liebe Christine.
      Liebe Grüße und bis ganz bald...

      antworten

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